Keine Angst vor Archi-
tekturwettbewerben

Einfacher als gedacht: Architekturwettbewerbe liefern die besten Ideen für ein Projekt. Mit Qualitätsgarantie.

Öffentliche Bauten prägen einen Ort für Jahrzehnte. Die beste Gestaltung und höchste baukulturelle Qualität sollten daher gerade gut genug sein. Wer aus einem Wettbewerb der besten Ideen auswählen kann, legt dafür den entscheidenden Grundstein. Trotzdem werden Architekturwettbewerbe gerade in kleineren Gemeinden immer noch zögerlich angenommen. Dabei gibt es keinen Grund dafür.

Josef Mathis, langjähriger Bürgermeister der Vorarlberger Gemeinde Zwischenwasser, ist einer der prononciertesten Impulsgeber zu Themen der Baukultur im länd-

lichen Raum. Er kann die Vorbehalte gegen Architekturwettbewerbe überhaupt nicht verstehen: „Der Architekturwettbewerb ist eine ganz ausgezeichnete Möglichkeit, wirklich den besten Entwurf zu bekommen. Das hat ja ein Wettbewerb an sich: Dass man aus mehreren oft ganz unterschiedlichen Entwürfen und Ideen auswählen kann.“

Auch die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer ist eine konsequente Verfechterin von Architekturwettbewerben: „Wir machen im öffentlichen Bereich auch für kleinere Bauprojekte immer Architekturwettbewerbe.“ Für Oppitz-Plörer ist der Wettbewerb der Ideen entscheidend, um wirklich zur besten Lösung zu kommen. „Es ist ja nicht immer so, dass jeder Architekt für jede Aufgabe immer gleich den besten Ansatz findet“, meint Oppitz-Plörer.

„Wer eine Änderung des Bebauungsplanes erwirken möchte, muss das über einen, nach den Standards der Ziviltechnikerkammer durchgeführten, Architekturwettbewerb erreichen.“
Christine Oppitz-Plörer, Bürgermeisterin Innsbruck

Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft BIG sieht in Architekturwettbewerben auch die große Chance, Umsetzungsvorschläge präsentiert zu bekommen, an die man selbst gar nie gedacht hätte: „Es ist ja ein großer Komfort, wenn man gut definiert, was sind die Ansprüche, was möchte man grundsätzlich vom Objekt haben und dann lädt man über einen Wettbewerb viele IdeenträgerInnen, viele geniale Köpfe ein, die ihre Vorstellungen entwerfen. Und als Jury kann man dann sagen:  Ah! Das hätten wir uns gar nie gedacht!“ Für Gleissner ist das optimale Ergebnis eines Wettbewerbes vor allem von der klug ausgewogenen Vorbereitung der Wettbewerbsauslobung abhängig. „Man muss Klarheit geben: Was ist das Ziel und die Intention? Was sind die Rahmenbedingungen und die Ausgangssituation? Das sollte möglichst klar und verständlich formuliert werden.“

Gleichzeitig empfiehlt Gleissner, bei der Auslobung aber auch noch Spielräume für kreative Ideen offen zu lassen. „Wenn man das zu sehr vordefiniert, dann vergibt man viele Chancen und Ideen und bekommt 0815 Lösungen, aber keine Baukultur von Qualität.“ Gleissner sieht darin, als einer der größten öffentlichen Bauherren des Landes überhaupt, auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag: „500.000 Menschen gehen in unseren Gebäuden täglich ein und aus. Über Jahrzehnte. Da ist Baukultur natürlich ein ganz wesentlicher Aspekt.“

Der Bürgermeister der Tiroler Gemeinde Mils, Peter Hanser, ist bei der Durchführung von Architekturwettbewerben für die schritt- weise Neuentwicklung des Ortszentrums seiner Gemeinde noch ein Stück weiter gegangen und hat die Wettbewerbsverfahren mit einem Bürgerbeteiligungsprozess verknüpft: „Wir haben die am Wettbewerb teilnehmenden Architekturbüros auch dazu eingeladen, beim abschließenden Hearing dieses Bürgerbeteiligungsverfahrens dabei zu sein. Sie sollten mitbekommen, was die Bürger und Bürgerinnen im Sinn haben. Es sind dabei einige zusätzliche Aspekte herausgekommen, die im ursprünglichen Vorhabensplan nicht enthalten waren. Speziell, dass das betreute Wohnen, das wir hier als Vorzeigemodell mitten im Ortszentrum gebaut haben, nicht zu klein wird.“

Hanser hat bei der Durchführung der Architekturwettbewerbe in seiner Gemeinde immer auch auf die Unterstützung der ZiviltechnikerInnenkammer bei der Wettbewerbsabwicklung zurückgegriffen. Ein Service, das die Ziviltechniker- Innenkammern österreichweit anbieten, wie Christian Aulinger, Präsident der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen, hervorhebt: „Die Kammer bietet Hilfestellung bei der Abwicklung von Wettbewerbsverfahren. Hat eine Körperschaft nicht das Know-how oder die Manpower, um das selbst zu machen, kann sie auf die Serviceleistungen der Kammer zurückgreifen und sich hier entsprechend beraten lassen. Wenn eine kleinere Gemeinde einen Architekturwettbewerb durchführen möchte und die Kooperation mit der ZiviltechnikerInnenkammer sucht, dann erhält sie auf mehreren Ebenen einen Mehrwert: Zum einen erhält sie Rechtssicherheit, denn die Kammer kann die Gemeinde oder eine Körperschaft dahingehend beraten, dass das Verfahren rechtssicher im Rahmen des Vergabegesetzes abgewickelt wird. Darüber hinaus kann die Kammer geeignete Jurorinnen und Juroren vorschlagen, die auch in der Jury dafür Sorge tragen, dass bei der qualitativen Auswahl der eingereichten Projekte auch tatsächlich die qualitativ beste Arbeit ausgewählt wird.“

Kammerlokal der Kammer der ZiviltechnikerInnen Klagenfurt –
Edgar Hammerl Architektur ZT GmbH