Elektronische Vergabe

Wer die Vergabe öffentlicher Aufträge korrekt abwickeln will, kommt um die elektronische Vergabe nicht mehr herum. Die EU-Vergaberichtlinie sieht vor, dass ab Oktober 2018 verpflichtend bei allen öffentlichen Auftragsvergaben, bei denen der EU-Schwellenwert überschritten wird, die elektronische Vergabe zu verwenden ist. 

Worum geht es dabei?

Die elektronische Vergabe hat den Zweck, den Ablauf eines Vergabeverfahrens elektronisch zu dokumentieren. Ab Oktober ist es EU-rechtlich verpflichtend den Verfahrensablauf, jedenfalls bis zur Anbotsabgabe der Bieter, lückenlos und manipulationssicher elektronisch zu dokumentieren.

Dazu zählen die Bekanntmachung der Ausschreibung, die Abgabe von Teilnahmeanträgen, die Bereitstellung der Ausschreibungsunterlagen, sowie die Bieterkommunikation bis zur Anbotsabgabe und die Anbotsabgabe selbst.

Mittlerweile gibt es in Europa eine Reihe von Datenbankdienstleistern, die Plattformen für die Abwicklung solcher elektronischer Vergabeverfahren anbieten. Diese beinhalten zum Teil auch noch weitere Features, die die Dokumentation und elektronische Abwicklung von Vergabeverfahren unterstützen. Zum Beispiel im Bereich der formalen und sachlichen Anbotsprüfung, aber auch bei Ausschreibungs- und Anbotsänderungen während des Verfahrens. Am Ende hat jedenfalls eine Bewertung nach festgelegten Bewertungskriterien zu erfolgen, die zur Ermittlung des besten Angebotes führt. Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Bekanntmachung des Zuschlages.

 

 

0
0
0
Nachdem das EU-Vergaberecht eine Reihe verschiedener Vergabeverfahrensarten ermöglicht, die auch tiefgehendes Fachwissen hinsichtlich ihrer korrekten Abwicklung erfordern, sind solche Datenbanken ein wichtiges Hilfsmittel zur Verfahrensvereinfachung, weil in sie wesentliche Elemente der Verfahrensbestimmungen bereits eingeflossen sind.

Schon im April 2018 wird die sogenannte „Einheitliche Europäische Eigenerklärung“ (EEE) eingeführt. Sie ist für alle Teilnehmer an Ausschreibungsverfahren, bei denen der EU-Schwellenwert überschritten wird, notwendig.

Mit der EEE können Bieter standardisiert dokumentieren, dass sie über die jeweils erforderliche Befähigung zur Berufsausübung  sowie die wirtschaftliche, finanzielle, technische und berufliche Leistungsfähigkeit zur Teilnahme an solchen Verfahren verfügen. Die EEE soll damit vielfach zu erbringende Einzeldokumentationen bei jeder einzelnen Verfahrensteilnahme ersetzen.

Bei Vergabeverfahren für fertige Produkte (beispielsweise der Ankauf von PKWs oder Schulmöbeln) ist keine besondere Projektentwicklungskompetenz gefordert. Im Mittelpunkt steht die rechtlich korrekte Abwicklung des Vergabeverfahrens an sich. Bei Bauprojekten ist das deutlich komplexer: Denn die Projektentwicklung und daraus abgeleitet die einzelnen Vergabeverfahren hängen unmittelbar miteinander zusammen.

Bei Bauvorhaben ist es typischerweise der Fall, dass sich erst aus der Projektentwicklung selbst ergibt, in welche Teilaufträge ein Gesamtvergabevorhaben zu gliedern sein wird.

 

0

0

0
Projektentwicklung und Verfahrensbegleitung – einschließlich der Vorbereitung und Abwicklung der elektronischen Vergabe – gehen dabei notwendigerweise sachlich Hand in Hand. Hier spielt  die inhaltliche Fachkompetenz des Verfahrensbegleiters die entscheidende Rolle, wenn man das bestmögliche Ergebnis erzielen will. Denn aus der Projektentwicklung ergeben sich oft erst die sinnvollen Gliederungen in die einzelnen Auftragslose.

Daraus leitet sich wiederum die Höhe des voraussichtlichen Auftragswertes ab, der für die Wahl der richtigen Verfahrensart von Bedeutung ist. Solche Kostenermittlungen erfordern entsprechende Fachkompetenz. Werden sie nicht plausibel und mit Fachkompetenz ermittelt, kann das zu späteren Anfechtungen der Verfahren führen. ZiviltechnikerInnenbüros, die sich auf solche Verfahrensbegleitungen spezialisiert haben, bieten dabei beides aus einer Hand: Die Fachkompetenz für die Projektentwicklung selbst und das Know-how und die Dienstleistung für die Abwicklung der damit einhergehenden elektronische Vergabe.